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 Königsberger Geschichte

1254-1255 Auf Wunsch von Herzog Konrad von Masowien hatte sich ein großes Kreuzheer des Deutschen Ordens unter der Führung des Böhmenkönigs Ottokar II. Przemysl bei Elbing gesammelt. Das Heer sollte die heidnischen Prussen bekämpfen und bekehren.

Nach Einzug in das Samland im Januar 1255, begann man im Frühjahr mit dem Bau einer Burg auf dem ca. 15 Meter hohen Hügel Twangste jenseits des Pregels.   Die Burg Königsberg.
 
 
1255-1260 Zunächst als eine provisorische Holzfestung begonnen, wurde der Bau einer steinernen Festung durch einen Aufstand der Prussen im Jahre 1260 unterbrochen.
 
 
1265 Die Prussen ziehen 1265 ohne die Einnahme Königsbergs wieder ab.
 
 
1265-1286 Nach 1265 weiterer Ausbau der Burg und Trockenlegung des südlichen Geländes zum Pregel.
Anlegung von Straßen u.a. der Altstädtischen Langgasse.

Im Westen endete sie am Steintor und im Osten am Löbenichtschen Tor. Von Süden gelangte man durch das Krämertor (auch St.-Georgs-Tor) zur ältesten Brücke Königsbergs: der Krämerbrücke.
 
 
1283 Die Prussen geben sich 1283 endgültig geschlagen.
 
 
28.02.1286 Übergabe der Handfeste (Gründungsurkunde) der Altstadt nach kulmischem Recht durch Landmeister Konrad von Tierberg
 
 
27.05.1300 Die östlich gelegene Handwerkersiedlung, erhält das kulmische Stadtrecht und heißt Löbenicht.
 
 
06.04.1327 Die südlich gelegene Siedlung der Kaufleute auf der Pregelinsel erhält vom Hochmeister Werner von Orseln das kulmische Stadtrecht.
Als Bezeichnung setzt sich der prussische Name Knipaw als Kneiphof durch.

Hauptachse war die Kneiphöfische Langgasse von der Krämerbrücke im Norden bis zur Grünen Brücke im Süden.
 
 
1330 Der Königsberger Dom auf der Ostseite des Kneiphofs ist im Bau.
 
 
1454 Dem Hochmeister wird in Thorn der Gehorsam aufgekündigt. Die Burg Königsberg wird der Bürgerschaft kampflos übergeben, welche Teile der Burg anschließend zerstört.
 
 
24.03.1455 Die Zünfte stellen sich auf die Seite des Deutschen Ordens und verschanzen sich über drei Monate auf dem Kneiphof.
 
 
1457 Der Hochmeister Ludwig von Erlichshausen verlegt seinen Sitz von der Marienburg nach Königsberg. Die drei Städte werden gemeinsam Haupt- und Hansestadt.
 
 
27.09.1523 Erste evangelische Predigt im Königsberger Dom
 
 
10.04.1525 Der Ordensstaat ist ab jetzt ein weltliches Herzogtum.
 
 
1524 Gründung der ersten Königsberger Druckerei
 
 
17.08.1544 Einweihung der Universität (Albertina), die am 11.12.1542 als herzogliche Schule eröffnet wurde
 
 
1697 Zar Peter der Große weilt bei einer 18-monatigen Europareise für knapp einen Monat in der Stadt und lernt hier u.a. das preußische Artilleriewesen kennen.
Er trifft den Kurfürsten Friedrich III (der spätere König Friedrich I). Dieser Aufenthalt ist der Anfang der kulturellen Beziehungen zwischen Preußen und Russland.
 
 
1912 Die Stadthalle von Architekt Richard Seel wird fertiggestellt.
 
 
19.09.1929 Der Hauptbahnhof wird eröffnet. Baubeginn war bereits 1913 - für die lange Verzögerung sorgte der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Wirtschaftskrise.
 
 
 
 
26./27. August 1944 Die Stadt wird nach Mitternacht von der No. 5 Group der britischen Royal Air Force bombadiert. Der Angriff wird mit 174 Lancaster-Bombern durchgeführt; 4 Maschinen gehen verloren. Die Bildaufklärung ergibt, dass der östliche Teil der Stadt bombardiert wurde. Für das Ziel ist kein Bericht erhältlich.
 
 
29./30. August 1944 Königsberg wird in dieser Nacht mit 189 Lancaster-Bombern erneut bombardiert. Es gehen 15 Maschinen verloren, da es über der Stadt zum schweren Kampf mit deutschen Abwehrjägern kommt. Die Bomber müssen wegen einer tiefen Wolkendecke 20 Minuten abwarten, bis das Markierungsflugzeug eine Lücke findet. Es gibt vier Zielpunkte und es werden 480 Tonnen Bomben abgeworfen. Durch die starke Bombardierung wird die historische Innenstadt wird nahezu komplett zerstört Die Außenbezirke tragen ebenfalls große Schäden davon. Das Bomber Command schätzt, dass 41% aller Häuser und 20% der Königsberger Industrie zerstört wurden.
 
 
Januar 1945 Königsberg wird von Hitler zur Festung erklärt.
 
 
31.01.1945 Königsberg ist von der Roten Armee eingeschlossen.
 
 
06.04.1945 Die Rote Armee beginnt mit 5 Armeen den Sturm auf Königsberg.
 
 
09.04.1945 Die Militärführung der Stadt unter General Otto Lasch ergibt sich. Zu diesem Zeitpunkt stehen die russischen Soldaten bereits auf dem Universitätsplatz, unter dem sich der Bunker von Lasch befindet.
 
 
April 1945 Die russischen Soldaten dürfen die Stadt 3 Tage plündern.
 
 
09.05.1945 Letzter Wehrmachtsbericht:
Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Damit ist das fast sechsjährige heldenhafte Ringen zu Ende. Es hat uns große Siege, aber auch schwere Niederlagen gebracht.

Den Leistungen und Opfern der deutschen Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft wird auch der Gegner die Achtung nicht versagen. Jeder Soldat kann deshalb die Waffe aufrecht und stolz aus der Hand legen und in den schwersten Stunden unserer Geschichte tapfer und zuversichtlich an die Arbeit gehen für das ewige Leben unseres Volkes.
 
 
30.09.1945 Die erste sowjetische Gedenkstätte wird eingeweiht. Sie erinnert an die beim Sturm auf Königsberg gefallenen 1200 Soldaten, die hier in einem Massengrab bestattet wurden.
Denkmal der 1200 Gardisten
  • 1946 kommen die Skulpturen Sturm und Sieg hinzu.
  • Am 9. Mai 1960 wird die Ewige Flamme entzündet.
  • 1961 wird Stalin vom Obelisken getilgt.
  • Zum Jubiläum 1995 wird eine Kapelle gebaut.
  • Bei der Sanierung 2005 wird Stalin wieder hinzugefügt und ein kleiner "Park des Sieges" angelegt.
Bildquelle: commons.wikimedia.org   Fotograf: Tassadar   CC-BY-SA
 
 
04.07.1946 Königsberg wird in Kaliningrad umbenannt.
 
 
1946 Die Kaliningradskaja Oblast wird militärisches Sperrgebiet und Ausländer dürfen sie für 45 Jahre nicht mehr betreten.
 
 
25.07.1947 Kaliningrad wird in vier Bezirke aufgeteilt:
Stalingrader, Leningrader, Moskauer und Baltischer Rajon
 
 
1948 Fast alle Deutschen sind ausgewiesen. Einige bleiben unter Verleugnung ihrer Identität in der Stadt.
 
 
1949 Die ehemalige Innenstadt mit Domruine und Börse
ehemalige Königsberger Innenstadt 1949
 
 
07.01.1952 Der Stalingrader Rajon wird geteilt und es entsteht der Zentralbezirk.
 
 
05.11.1961 Der Stalingrader Rajon wird in Oktoberbezirk umbenannt.
 
 
1969 Die Ruine des Königsberger Schlosses wird gesprengt und beseitigt.
 
 
1981-86 Die 1944 zerstörte Stadthalle wird in veränderter Form wieder aufgebaut.
Die Ruine war zuvor in mehreren Kriegsfilmen zu sehen.
 
 
1989 Die ersten wenigen Deutschen dürfen nach Kaliningrad einreisen.
 
 
12.09.1990 Die BRD unterzeichnet den Zwei-plus-Vier-Vertrag und verzichtet damit auf die Ostgebiete.
 
 
14.11.1990 Die BRD schließt mit Polen den Deutsch-Polnischen Grenzvertrag und erkennt so die Oder-Neiße-Grenze als unverletzlich an.
 
 
1991 Das Kaliningrader Gebiet wird für ausländische Besucher geöffnet.
 
 
01.11.1994 Die Kaliningrader Gebietsverwaltung beschließt den Wiederaufbau des Königsberger Domes.
 
 
1996 Das Kaliningrader Gebiet wird zur Sonderwirtschaftszone erklärt, um Investitionen zu fördern.
 
 
1999 Im Fort 3 werden 28.000 Gegenstände der Prussia-Sammlung entdeckt.
Seit dem Zweiten Weltkrieg befindet sich ein Teil der Sammlung im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte und kleinere Teile im Ermländisch-Masurischen Museum in Allenstein und in Litauen.
 
 
12.02.2004 Joschka Fischer eröffnet am 200. Todestag Immanuel Kants das deutsche Generalkonsulat. Dieses wird anschließend provisorisch im Hotel Albertina untergebracht. Der erste Generalkonsul ist Cornelius Sommer.
 
 
01.07.2005 Die Stadt feiert nach großen Diskussionen 750 Jahre Kaliningrad. Es wurden im Vorwege viele Projekte zur Stadtverschönerung durchgeführt.
Seitdem blüht die Stadt auf und man erkennt auch die preußische Geschichte wieder an.
 
 
Juli 2005 Die 1999 gefundenen Gegenstände der Prussia-Sammlung wurden restauriert und können in einer Dauerausstellung im Museum für Geschichte und Kunst (ehem. Stadthalle) besichtigt werden.
Dies sind die verloren geglaubten Stücke aus der bedeutenden Schausammlung des Prussia-Museums im Königsberger Schloss.
 
 
19.04.2007 Die Visastelle des deutschen Generalkonsulats nimmt ihre Arbeit auf.
 
 
2007 Kaliningrad boomt und es herrscht Fachkräftemangel.
 
 
Mai 2008 Das Friedrichsburger Tor wird unter Regie des Weltmeeresmuseums bis 2010 restauriert. Anschließend wird dort ein Museum über russischen Segelschiffbau und Zar Peter dem Großen untergebracht.
 
 
2009 Bei Bauarbeiten werden im ehemaligen Keller der Freimauererloge "Zu den drei Kronen" weitere Stücke der Prussia-Sammlung entdeckt.
 
 
17.10.2011 Symbolische Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Neuen Synagoge an alter Stelle
 
 
09.2012 Kaliningrad wird einer der Austragungsorte der Fussball-WM 2018 in Russland.

Fortsetzung folgt...


Quellen:

Königsberg/Kaliningrad und das nördiche Ostpreußen - Henning Sietz - Edition Temmen - 1996
Internet



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